Bilderrätsel „Papier“

Was ist das?

Wunderschöne Büttenpapiere?

Raue Zeichenkartons in verschiedenen Größen und Schattierungen?

Aquarellpapier in kleinen Formaten?

Falsch geraten!
Zu sehen sind Verpackungen von Kartoffelbrei, Hygieneartikeln, Nudeln, Strumpfhosen … und vieles mehr. Von Recycling ist hier die Rede. Nur nicht von Recycling im traditionellen Sinn.
Selbstverständlich kann man Verpackungen zum Altpapier-Container bringen. Oder man entfernt die Kaschierung und die bedruckte Schicht und erhält praktisches und kostenloses Zeichenmaterial. Für Skizzen, Lesezeichen, Vorstudien, Kohle, Graphit, Aquarellstifte … Für einen schönen „natürlichen“ Rand empfiehlt es sich, die einzelnen Seiten der Verpackung nicht auseinander zu schneiden, sondern abzuknicken und vorsichtig abzureißen.

Papier & Stift: positive Diskriminierung

In Blogs und Magazinen sind in letzter Zeit Artikel ausgesprochen beliebt, die sich mit dem „Revival“ von analogen Schreibwaren beschäftigen, und auch Bücher zu diesem Thema scheinen stark in Mode zu kommen.
Dass die Attraktivität von Stift und Papier – ob sie nun als ungebrochen oder wiederentdeckt dargestellt wird – verschiedentlich immer häufiger unterstrichen wird, könnte ein Grund zur Freude sein, sollte es aber nicht.

Begriffe wie „Revival“, „Nostalgie“, „Spleen“, „Sehnsucht“ mögen publikumswirksam sein, sie implizieren aber eine Verniedlichung, die eigentlich in mehrfacher Hinsicht beleidigend ist: Sie degradieren Papier und Handschrift zu einem anachronistischen Kuriosum, einem obsoleten Gegenstand aus vergessenen Zeiten, einem Sammelobjekt für seltsame Geeks, einem verstaubten Museumsstück. Schlimmer noch, sie umgeben sie mit einem Hauch von Snobismus und elitärem Flair und verleugnen damit die Legitimität ihres Platzes in einem ganz gewöhnlichen Alltag, machen sie zum Ausnahmefall und Außenseiter, verschieben sie aus der Normalität in eine künstlich verschrullte, exaltierte Extravaganz.

Die psychologisch-soziologische Analyse, der analoge Schreibmaterialien bei dieser Gelegenheit unterzogen werden, ist, auch wenn sie mitunter von den Schreibwarenbegeisterten selbst stammt, ein klassischer Fall von positiver Diskriminierung. In ihrem Bedürfnis, das Interesse für Papier, Stift und deren Gebrauch begründen zu müssen, unterstellt sie schlicht eine Abnormität, die streng genommen die Absonderung erst schafft, und erfindet aus dem Nichts, aus einer Selbstverständlichkeit, ein untersuchungswürdiges Phänomen. Die so erzeugte Aufmerksamkeit wird unvermeidlich überspitzt und impliziert, dass mit den überzeugten Nutzern etwas nicht stimme: Es können Ewiggestrige, Anpassungsunfähige, Unbelehrbare, Uneinsichtige, Technikverweigerer, Protestler, Fortschrittsfeinde, Entwicklungsgestörte sein – von kauzig weltfremd bis skurril exzentrisch … jedenfalls handeln sie wider die Norm und wider die Mehrheit.
Die geschmeichelten Fans wähnen sich ob der Beachtung gelobt und bestätigt und fühlen sich zu langen Kommentarschlachten gedrängt, die sie nicht nötig haben sollten. In ausschweifenden Tiraden lassen sie sich zu Rechtfertigungen herab, und eine ursprünglich oft neutrale, spontane, rein praktische Präferenz ohne jegliche ideologische Konnotation verkommt zu einer streitfähigen Prinzipienreiterei, ja zu ausgewachsenen Glaubenskriegen, die das Image des Außenseitertums leider nur noch mehr verstärken.

Papier und Stift haben solche Plädoyers nicht verdient und brauchen sie auch nicht. Sie sind das Werkzeug der leisen Töne und sollten es bleiben. Wenn Liebhaber und Kritiker sie gleichermaßen als Besonderheit betrachten, verliert ihre unaufgeregte Normalität und Natürlichkeit jede Glaubwürdigkeit. Sie werden zu einem identitätsstiftenden Hobby herabgesetzt, und das Interesse, das ihnen zuteilwird, besiegelt zugleich das Ende ihres Daseins als vollwertige, ernstzunehmende Werkzeuge, macht sie zu Aliens im Zoo.

Sie arbeiteten mit Papier, Tinte und Schrift

Für Schreibende und Kunstschaffende haben die Ereignisse der letzten Tage noch eine viel tiefgreifendere, sensiblere und umfassendere Dimension, als es für diejenigen der Fall sein kann, die nicht in diesem Bereich arbeiten und das Geschehen eher auf einer menschlichen oder politischen Ebene rezipieren. Der wöchentliche Bericht zum Follow-Friday von TextLoft auf Facebook und Google# fällt heute deshalb etwas anders aus als sonst.

Der Kolumnist von Charlie Hebdo, Patrick Pelloux, betonte in seinem eindrucksvollen und erschütternden gestrigen Fernsehinterview (für diejenigen, die ein wenig des Französischen mächtig sind: das Interview) auf sehr offene und entwaffnende Weise, wie wichtig die Gesten der „Je suis Charlie“-Bewegungen für ihn selbst, die anderen wenigen Überlebenden und die Freunde und Familien der Opfer sind.
Vielleicht sind diese schwarzen Kärtchen und die hochgehaltenen Stifte nur ein leeres Zeichen, eine naive und hilflose Pose. Sie ändern weder das Geschehene, noch die Zukunft. Aber wenn sie den mutigen Journalisten und Zeichnern von Charlie Hebdo Trost, Halt und Kraft spenden – und Patrick Pelloux’ unmissverständlich aufrichtige Worte lassen daran keinen Zweifel – haben sie dennoch einen Sinn.

Im Gedenken an Honoré, Charb, Cabu, Wolinski, Tignous, Bernard Maris, Elsa Cayat, Michel Renaud, Mustapha Ourad und Frédéric Boisseau.

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Papierwaren: Von Schrullen und Nöten

Wenn es um Schreibwaren geht, bin ich entsetzlich kleinlich, wählerisch und unflexibel. Ich habe sehr festgefahrene Gewohnheiten und werde unleidlich, wenn ich sie nicht ausleben kann. Meine Papierwaren müssen meinen sehr eng gefassten ästhetischen Maßstäben gerecht werden, welche wiederum bei weitem nicht für jeden – wohl eher für überhaupt niemanden – nachvollziehbar sind.

Der Grund dafür liegt in der Natur der Sache: Jeder Schreibende braucht für seinen Arbeitsprozess bestimmte Grundbedingungen. Manch einer kann Lärm nicht ertragen, ein anderer schreibt nur an der frischen Luft, andere erschaffen sich Rituale, indem sie zum Beispiel zu festen Tageszeiten arbeiten, immer dieselbe Schreibmaschine verwenden oder nie zu schreiben beginnen, ohne eine Tasse Kaffee oder Tee zur Hand zu haben. Was sich dahinter verbirgt, ist ein Grundbedürfnis und ein Allgemeinplatz: Schreiben ist nur möglich, wenn der Kopf frei ist und alles „stimmt”.

Bei mir ist der entscheidende Faktor das „Werkzeug” im erweiterten Sinne. Wenn es nicht passt, wenn es auf unangenehme Weise die Aufmerksamkeit auf sich lenkt, anstatt mit mir und meiner Denkweise zu verschmelzen, erfüllt es seine Aufgabe nicht. Dabei kann es um konkrete praktische Funktionen gehen, oder aber ebenso um Dinge, die das Auge – genauer gesagt in diesem Fall mein ziemlich überspitztes und ganz und gar kompromissfremdes Schönheitsempfinden – stören. Das, was ich zum Schreiben, aber auch für die Verwaltung meiner Arbeit (be)nutze, muss also mit mir im Einklang sein, damit ich mich wohlfühle und unbeschwert schreiben kann.

Diese seltsame Eigenart kann zu langwierigen Suchabenteuern führen, neben denen die Prüfungen eines Parzival und die Forschungen eines Indiana Jones wie ein gemütlicher Sonntagsspaziergang anmuten. So habe ich etwa dreißig verschiedene braune Tinten ausprobiert, bevor ich Diamines Row Sienna entdeckte, die allerdings „nur” zu 95 % der Idealfarbe gleichkommt. Den perfekten Aktendeckel – cognacfarben und aus einer sehr präzisen Kartonqualität muss er sein – suche ich noch immer; es gibt ihn, nur nicht in Deutschland oder von Deutschland aus zu kaufen.

Habe ich wiederum „das Richtige” für mich gefunden, entsteht eine sehr innige Verbindung, die, wenn es nach mir geht, ein Leben lang andauern kann. Problematisch wird es, wenn ein solches Lieblingsprodukt eines Tages vom Markt genommen wird, ohne dass ich die Möglichkeit habe, einen ausreichenden Vorrat anzulegen.
So gab es in der 80er-Jahren in jedem Copy-Shop bestimmte Karteikastenregister aus Pappe, die in den Farben rosa, blau, grau, gelb und grün in beschrifteter und unbeschrifteter Variante angeboten wurden. Für meine Bedürfnisse und meinen Geschmack waren sie perfekt. Als ich in diesem Jahr versuchte, genau diese Reiter nachzukaufen, stellte ich mit Entsetzen fest, dass es sie nicht mehr gibt. Mit den verschiedentlich angebotenen Scheußlichkeiten aus Holz, Plastik oder Spanmaterial konnte ich mich nicht anfreunden. So griff ich in Ermangelung passenden Werkzeugs und Ausgangsmaterials zum Trost zumindest zu einem schönen Karton.

Aus Römerturms Die Natürlichen in der Variante Stroh, einem minimalistisch gerippten Naturkarton mit Einschlüssen aus echtem Stroh, entstanden für meinen Blogplan 2014–2015 diese Trenner.

Was soll man sonst tun, wenn aus der Schrulle Not wird?

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www.mein-notizbuch.com

Mit Notizbüchern ist es so eine Sache. Hat man das richtige Format gefunden, stimmt vielleicht der Einband nicht. Oder die Lineatur ist ungeeignet. Es wäre doch ein Traum, sich ein Notizbuch nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten zu lassen.
www.mein-notizbuch.com, ein relativ junges Unternehmen mit frischem und unkompliziertem, ansprechendem Internetauftritt, behauptet, genau das anzubieten, und gab mir die Gelegenheit, den Vorgang und das fertige Produkt zu testen.

Die Idee und der Bestellvorgang
Das Prinzip ist einfach: Unter einer Reihe von Notizbuchmerkmalen wie Einband, Lineatur, Ausstattung kann modular gewählt und zusammengestellt werden, was gefällt.
Zwei Produktqualitäten („Classic“ und „Premium“) und zwei Formate (A5 und A6) stehen zur Auswahl. Ich habe mich für Premium entschieden, weil mir das flache Gummibändchen besser gefiel als das runde der Classic-Reihe, und für mein Lieblingsformat, A5.
Die Seite ist sehr gut designed und dadurch selbsterklärend. Auch sehr unbeholfene Nutzer, wie ich in solchen Fällen normalerweise einer bin, finden sich sofort und intuitiv zurecht, was recht erfrischend ist. Man begreift auf Anhieb, was wie möglich ist, und muss sich weder durch ein Dickicht aus Menüs oder kryptischen Grafiken, noch durch FAQs durchquälen, um ans Ziel zu kommen.
Besonders angenehm ist die Tatsache, dass man sich zu keinem Zeitpunkt in einer Entscheidung gefangen fühlt: Man kann jederzeit alles ändern, ohne gleich wieder von vorn beginnen zu müssen. Es ist möglich, einen einzelnen Schritt zurückzugehen oder aber direkt zu dem Punkt zurückzuspringen, der überdacht werden soll. Man muss nicht alles wieder entfernen, um Details zu ändern, man muss nicht den gesamten Vorgang wiederholen, um alles umzuwerfen. Alles ist an jedem Punkt möglich. Und das bis zur letzten Sekunde.
Die Seite ist schnell im Aufbau, so dass keine umständlichen Ladezeiten die Zusammenstellung des Büchleins trüben. Insgesamt ist die Programmierung der Seite sehr durchdacht und sogar als ideal zu bezeichnen. Es entsteht ein Eindruck von grenzenloser Freiheit und Flexibilität, der Spielfreude und Kreativität fördert. Man vergisst die Zeit und hat von Beginn an unendlichen Spaß.

Der Einband
In der Classic-Ausgabe besteht der Einband aus laminiertem Karton, in der Premium-Variante aus Lederfasern. Ich konnte mir unter dieser Bezeichnung nichts Konkretes vorstellen, und meine Erwartungen waren daher eher gemischt. Tatsächlich handelt es sich um ein sehr dickes, stabiles und hochwertiges Material, das herrlich wie ein Schuhgeschäft duftet. Schon an diesem Punkt ist das Preis-/Leistungs-Verhältnis als hervorragend einzustufen.
Die Gestaltung des Einbands lässt keine Wünsche offen. Es ist eher fast schwierig, sich zwischen all den Möglichkeiten zu entscheiden. Vorder-und Rückseite können unabhängig von einander entworfen werden. Es stehen 28 Farben für Text und Hintergrund zur Auswahl, und 10 Farben für das Gummiverschlussbändchen. Geschmückt werden kann der Einband auf Vorder- und/oder Rückseite entweder mit fertigen Designs oder mit eigenen Fotos oder Grafiken, die unkompliziert hochgeladen, ausprobiert, wieder entfernt und ausgetauscht werden können. Für den Text, der auch nach Wunsch ganz weggelassen werden kann, stehen vier Fonts zur Auswahl. Die Schriftgröße passt sich automatisch der Textlänge an.

Das Innenleben
Selbst, wenn man noch nicht entschieden hat, wie der Einband aussehen soll, kann man den Gedanken auf später verschieben und sich dem Hauptteil des künftigen Notizbuchs widmen.
Für die erste Innenseite kann man ein Titelblatt gestalten … oder auch nicht, ganz nach Wunsch. Ist man ganz ratlos, kann man auf die angebotenen Anregungen zurückgreifen.
Wie die Seiten aussehen sollen, lässt sich ebenfalls modular zusammenstellen. Fünf Lineaturen (blanko, liniert, kariert, Punkte, Partitur) stehen zur Auswahl und können für rechte und linke Seiten unterschiedlich sein. Wer also links zeichnen und rechts schreiben will, kann Seiten bestellen, die auf der Vorderseite liniert und auf der Rückseite blanko sind. Mehr noch – es ist möglich, in einem Notizbuch bis zu drei verschiedene Arten von Lineaturen einbinden zu lassen.
Wer ein Themennotizbuch haben möchte, findet auf der unteren Leiste bereits 8 fertige Designs – neue Themen sollen demnächst hinzukommen. Bei den vier Lineaturmöglichkeiten darf man auch entscheiden, ob der Druck bis zum Seitenrand oder bis zur Bindung gehen soll. Eine Aufteilung in Spalten (2 oder 3) und das Hinzufügen einer Zeitleiste gehören zu den zusätzlichen Optionen.

Der Abschluss
Sind alle Entscheidungen getroffen, kann die Bestellung erfolgen. Auch hier ist die Programmierung besonders zu loben: Deutlich sichtbare und unmissverständliche Schaltflächen, eindeutige Aussagen und ein ästhetisch frisches und funktionales Design runden die Freude ab, die auch das Gestalten geprägt hat.

Das Notizbuch
Mein Notizbuch erreichte mich viel schneller, als ich es erwartet hatte, und es war nicht die einzige angenehme Überraschung.
Der Einband in der Premium-Variante ist sehr hochwertig und wirklich so unverwüstlich, wie die Werbung es verspricht. Noch verblüffender aber ist die Druckqualität. Ich hatte ganz absichtlich ein Foto ausgesucht, das für Druckereien erfahrungsgemäß eine echte Herausforderung darstellt. Schließlich sollte es sich um einen Test handeln. Das Ergebnis ist mehr als nur überzeugend. Wie schön das Notizbuch ist, ist unten zu sehen – es würde sich auch als Dekorationsgegenstand oder Sammelobjekt eignen.
Das Papier ist dick, glatt, gleichermaßen kugelschreiber-, bleistift-, füller- und filzstifttauglich und entspricht in etwa der Qualität, die für Notizbücher im oberen Museum-Merchandising verwendet wird. Selbst bei stärkerem Tintenfluss und starkem Druck scheint nichts durch.
Der Druck der Lineatur ist perfekt, die Liniendicke und -farbe sind elegant und praktisch zugleich.
Das Gummiband ist straff und bleibt es auch, was nicht selbstverständlich ist.
Einziger, allerdings winziger Kritikpunkt ist die Spiralbindung. Ich kann nicht genau ermitteln, ob das Buch schlicht zu viele Seiten enthält, das Papier zu dick ist, oder die Lochung leicht versetzt oder größer werden müsste, aber die Seiten haken manchmal ein wenig beim Blättern.
Abgerundet wird das Notizbuch durch ein schönes Kartontäschchen zur Aufnahme loser Zettel und ein Vorblatt aus demselben Material.
TextLoft hat nun zum allerersten Mal ein eigenes Notizbuch.

Insgesamt ist mein-notizbuch.com ein gelungenes, durchdachtes und erfrischendes Konzept mit einem ganz außergewöhnlichen Preis-/Leistungsverhältnis und einer beeindruckenden Produktqualität. Die Notizbücher sind bei weitem keine reine Spielerei, sie eignen sich durchaus als hochwertiges Geschenk für Privatpersonen oder Unternehmen. Übrigens können auch Terminplaner gestaltet werden.

HIER sind die Notizbücher zu finden.

Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle an www.mein-notizbuch.com für diese Gelegenheit – und insbesondere an Stephanie für den ausgesprochen netten Kontakt .

Ein schöner Anblick

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Noch schöner – ohne das Bändchen

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Detailbild: Verschlussband

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Die Innenseite des Einbands

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Das Vorblatt

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Die erste Seite

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Seitenblock 1: in meiner Auswahl liniert

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Detailbild: mit kleinem Rand

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Detailbild vom Seitenblock 2: ohne Rand, um den Unterschied zu zeigen

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Seitenblock 3: blanko, um zu sehen, wie solche Seiten wirken

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Dokumententäschchen aus hochwertigem Karton

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Die Rückseite

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Warum ich Notizbücher liebe

Dass Notizbücher meine besten Freunde wurden, war keine Selbstverständlichkeit und stellte sich erst relativ spät heraus.
Als ich klein war, beneidete ich immer die Schüler der höheren Klassen, die nicht angehalten waren, Hefte zu benutzen und auf lose Ringbuchblätter schreiben durften. Die losen Blätter wurden für mich zum Symbol des Erwachsenseins und der damit verbundenen Freiheit, und ich war heilfroh und stolz, als auch ich endlich in die Klassenstufen kam, in denen jeder seine Schreibmaterialien so wählen konnte, wie er wollte. Die losen Blätter wurden zur demonstrativen Form meiner ganz persönlichen Emanzipation vom Kinderdasein.
Erst nach dem Studium begann ich, die praktischen Seiten von Heften und Notizbüchern wirklich zu schätzen und auch ihre optische Geschlossenheit zu genießen. Sie sind haltbarer, es fällt nichts heraus, man muss die Seiten nicht einmal nummerieren. Allein das Heraustrennen einer unerwünschten Seite ist manchmal etwas schwieriger, aber nicht unmöglich. Es entfällt die Notwendigkeit einer Unterlage, und das Schreibgefühl ist immer gleich  – aus diesem Grund bevorzuge ich Briefpapier mittlerweile auch in Schreibblockform und meide die üblichen Schachteln.
Die gebundene Form ist etwas Unvergleichliches. Sie ist für mich viel mehr als ein rein technisches und äußerliches Merkmal. Sie gibt meinem Schreiben Halt. Sie schafft Geborgenheit  – als würde man sich in seinen Lieblingspullover einkuscheln oder in einem Lieblingssessel verkriechen. Es ist ganz egal, wo ich bin, das geschlossene Büchlein in meiner Hand oder in meiner Umhängetasche gibt mir das Gefühl, zu Hause zu sein, geschützt, sicher, fast unangreifbar. Es ist, als könnte mir nichts passieren, solange mein Notizbuch in Reichweite ist. Es ist die einzige Heimat, die ich wirklich brauche, der einzige Hafen, den ich wirklich spüre, der einzige Festpunkt, auf den ich mich verlassen kann.
In ihrer bewahrenden Eigenschaft sind Notizbücher nicht nur Archiv und Quelle. Sie sind Enklaven unserer Alltags, das Sinnbild eines einfachen, ursprünglichen und unaufgeregten Lebens. Sie haben ihre ganz eigene Treue … und ihre ganz eigene Ehrlichkeit. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Ferne und Nähe verwandeln sie zu einem abgeschiedenen Kosmos, den wir überall hin mitnehmen können. Sie sind das Meer und die Insel zugleich.
Bis ich dies begriff, hat es verhältnismäßig lange gedauert. Umso inniger wurde diese Liebe, und meine Notizbücher, -hefte und -blöcke sind heute ein Teil meiner Selbst, unentbehrlich und selbstverständlich wie die Luft zum Atmen. Sie sind der sinnliche Ausdruck des Schreibens.

Tintensammlung

Es begann damit, dass ich eines Tages beschloss, eine neue Tintenfarbe für meine private Korrespondenz auszuwählen. Grau- und Brauntöne kamen in Frage. Die Auswahl war groß. Zu groß. Besonders die Brauntöne machten mir das Leben schwer: Die meisten waren zu altrosig, zu schwärzlich … Nach dem perfekten Braun suche ich noch immer – obwohl Diamines Raw Sienna dem schon sehr nahekommt und im Moment täglich verwendet wird. Nach und nach schlichen sich auch andere Töne ein, die mit der ursprünglichen Suche nichts zu tun hatten. Mittlerweile ist die Sammlung wieder auf die Hälfte ihres zwischenzeitlichen Umfangs zurückgegangen, und meine Markenvorliebe hat sich gefestigt.

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In Gebrauch

Niftys Artikelreihe „Notebook Addict of the Week“ brachte mich vor kurzem dazu, mein eigenes Verhalten in der Nutzung von Notizbüchern zu hinterfragen. In der Tat war mir nicht bewusst, wie viele ich überhaupt in Gebrauch habe und wie oft ich jedes einzelne verwende. Nach einer Art „Inventur“ entdeckte ich Erstaunliches: Ich benutze täglich wesentlich mehr Notizbücher, als ich es vermutet hätte.

Wirklich täglich – genauer gesagt mehrmals täglich – gebrauche ich das, was ich als „Ideenhefte“ bezeichne. Ein besonders kleines im A6-Format wurde von einer Freundin für mich liebevoll gestaltet, und seit sie es mir geschenkt hat, begleitet es mich überallhin und folgt mir auch innerhalb der Wohnung von Raum zu Raum. Es fängt alle Text-, Blog- und Projektideen unsortiert und unformatiert auf. Leider wird es bald ausgeschöpft sein, und es wird eine sehr harte Trennung werden. Papier und Lineatur sind für seinen Zweck ideal, und es ist so gut wie unersetzlich.
Als weitere Ideenhefte fungieren ein Moleskine-Reporterblock mit Softcover in A5, in dem Exposés für künftige Thriller gesammelt werden, und ein Hardcover-Exemplar in der gleichen Größe, das Ideen und grobe Gliederungen für künftige Blogartikel aufnimmt.

Ebenfalls täglich im Einsatz sind verschiedene Moleskine-Cahiers in den Größen Large und Extralarge. Eines dient dazu, telefonische Besprechungen mit Auftraggebern und Kunden festzuhalten, und ist also eine Art „Aktennotizen“-Sammelheft, ein zweites hilft, Anfragen und Vertragsverhandlungen zu notieren.

Für Buchhaltung und Auftragsverwaltung sind zwei Kladden mit französischer Lineatur reserviert. Hinzu kommen natürlich Adressbücher mit unterschiedlichen Verwendungen und ein Terminkalender, sowie ein Moleskine-Cahier, in dem Werbemaßnahmen, ihre Belege und Ergebnisse peinlich genau für das Finanzamt aufgeführt werden.

Technische Informationen zu WordPress- und HTML-Themen werden in ein kleines Moleskine-Cahier zusammengetragen und stehen als Pannenhilfe immer in der Nähe des Schreibtischs bereit.

Die tägliche Arbeit findet auf Legal Pads statt.

Auch privat dreht sich das Leben um Notizbücher – mit Moleskine-Cahiers in der Hauptrolle: zwei Garten-Logbücher,

gesammelte Mal- und Zeichenvorlagen,

eine Wunschliste mit allen Büchern, die ich mir eines Tages kaufen möchte, falls ein unerwarteter Geldsegen auf mich herunter prasseln sollte, gehören dazu.


Meine wichtigsten Skizzen und Zeichnungen wiederum befinden sich in zwei Büchern der Marke Rossi – die sich heute allerdings ganz anderen Aufgaben widmet.

Insgesamt sind es also 19 Notizbücher, die ich täglich oder beinahe täglich verwende. Ich gebe zu, dass mich diese Zahl sogar ein wenig erstaunt hat. Schreibe ich etwa zu viel?

Eine angenehme Überraschung

Feiertage sind für mich immer ein willkommener Vorwand, „echte Post“, also „Schneckenpost“, zu verschicken. Dabei lege ich auch Wert darauf, besondere Grußkarten auszusuchen, die sich durch die Qualität der Materialien, der Gestaltung und des Drucks auszeichnen. Nachdem Ostern in diesem Jahr aber mit einer sehr arbeitsintensiven Phase kollidierte und mein sonst reich bestückter und normalerweise sorgsam gepflegter Vorrat bereits Wochen zuvor zur Neige gegangen war, musste ich umdenken und ausnahmsweise Kompromisse eingehen. Aus lauter Verzweiflung bestellte ich in fast letzter Minute einen Satz Grußkarten im Shop der Deutschen Post: 10 Doppelkarten inklusive der entsprechenden Umschläge und der passenden Briefmarken für einen Gesamtpreis von 12,95 € – nach Abzug des Portos also 0,695 €/Karte + Umschlag.
Ich versprach mir davon nicht allzu viel, aber was ich als peinliche Lösung empfunden hatte, erwies sich als Glücksfall.
Die Karten wurden nicht nur in ansprechender und praktischer Verpackung mit einer wunderschönen Banderole geliefert, die sich durchaus zur Weiterverwendung eignet, sie sind auch von beeindruckender Qualität. Das Papier ist in Farbe und Oberfläche sehr hochwertig und – was bei Grußkarten alles andere als selbstverständlich ist – absolut füllertauglich. Die Feder gleitet mühelos, aber nicht zu schnell, die Tinte zerläuft nicht und die Tintenfarbe bleibt perfekt erhalten. Das Druckbild der Kartenmotive ist scharf und glänzend, was man von den Produkten anderer Vertreiber ähnlicher Sets bei weitem nicht immer behaupten kann. Die mitgelieferten Briefumschläge sind zudem gefüttert, die Verklebung ist einwandfrei und die Gummierung professionell und frisch.
Einzig bedauerlich ist das sehr aufdringliche Logo auf der Rückseite der Doppelkarte, das den Eindruck vermitteln könnte, es handele sich um ein weiterverschicktes Werbegeschenk. Eine weniger plakative Anbringung wäre eindeutig von Vorteil und sicherlich auch verkaufsfördernd.
Besonders sinnvoll ist neben der Zusammenstellung als Komplettset die Tatsache, dass jeder Satz fünf verschiedene Motive beinhaltet, so dass selbst bei kleinem Bedarf und zeitlich ausgedehntem Verbrauch eines Päckchens die Wahrscheinlichkeit, demselben Empfänger versehentlich oder aus Not zweimal das gleiche Motiv zukommen zu lassen, sehr gering ist.
Insgesamt also ein überraschend gelungenes Angebot, das auch diejenigen überzeugen dürfte, die aus Kostengründen den Kauf von Grußkarten scheuen.