TextLoft rezensiert Gmunds Bier-Papiere
16. November 2010 von Martine Paulauskas
TextLoft veröffentlicht unter dem Titel “Mit deutschem Bier zur Loft Attitude?” eine Rezension zu Gmunds Bier-Papier-Kollektion.
16. November 2010 von Martine Paulauskas
TextLoft veröffentlicht unter dem Titel “Mit deutschem Bier zur Loft Attitude?” eine Rezension zu Gmunds Bier-Papier-Kollektion.
15. November 2010 von Martine Paulauskas
Wenn es um Schrift geht, ist Braun eine zeitlose und elegante Farbe, die eine ausgeglichene Mischung aus Originalität und Stilsicherheit ausdrückt. Als Abwechslung zum verschult-gesichtslosen Blau, zum traditionsverbundenen Blauschwarz und zum strengen, geschäftlich neutralen Schwarz wirken braune Tinten – ganz gleich ob in gedruckter oder handschriftlicher Form – weniger gewöhnlich oder gar langweilig und bleiben dennoch so klassisch, dass sie für jede Art von Korrespondenz verwendet werden können, auch dann, wenn der Adressat eher konservativen Werten und Einstellungen verpflichtet ist. Dabei sorgen in Braun gehaltene Texte für Aufmerksamkeit und werden unvergesslich.
Doch den für sich jeweils “richtigen” Braunton zu finden, ist alles andere als einfach und kann schlimmstenfalls Jahre dauern. Zum einen ist die Palette der von den verschiedenen Herstellern angebotenen Nuancen dank der hohen Nachfrage beinahe unerschöpflich, und jedes Jahr kommen neue Produkte hinzu. Zum anderen hängt das Schreibergebnis noch weit mehr als bei anderen Farben nicht nur von der Beschaffenheit und der Zusammensetzung der Tinte, sondern auch in einem sehr erheblichen Maße von Schreibgerät, Papier und Handschrift ab.
Mit einer neuen Artikelreihe wird Papier – Tinte – Schrift in den kommenden Wochen auf der Suche nach dem perfekten Braun Tinten verschiedener Marken vorstellen und vergleichen. Der subjektive Ansatz der Rezensionen soll dazu beitragen, die Leser dazu zu animieren, sich selbst kritisch mit der Beurteilung und der Auswahl von Tinten zu befassen. Besondere Bedeutung soll dabei unter anderem den spezifischen Problemen zukommen, die mit der Verwendung von Federn in F-Stärke und schmalen Tintenleitern, oder auch mit schnellen Handschriften einhergehen können.
8. November 2010 von Martine Paulauskas
Teil III: Praxistest
Nach der Erstellung des Grundmusters muss die Tinte einem Praxistest unterzogen werden.
Dies bedeutet zunächst, dass nun mit allen Schreibgeräten und auf allen Medien geschrieben werden sollte, die später auch verwendet werden. Um einen zuverlässigen Eindruck des Schriftbildes zu bekommen, sind Texte von etwa 80 Zeilen Länge oder mehr geeignet, die bei üblicher Schreibgeschwindigkeit und Schriftgröße geschrieben werden. In einem Satz ausgedrückt: “Schreiben Sie jetzt, wie Sie es immer tun – und das möglichst lange.” Je nach Schreibgerät oder Schreibgewohnheit kann es notwendig und hilfreich sein, eine volle Konverterfüllung zu verschreiben und diesen Vorgang für jede Papiersorte zu wiederholen.
Wer regelmäßig unterschiedliche Tinten testet, sollte die Probeseiten wie bei der Erstellung des Grundmusters auch beschriften und archivieren.
Noch einige Grundsätze sind zu beachten:
- Die Trocknung kann Farbton und Farbintensität beeinflussen. Betrachten Sie Ihre Proben also nicht nur unmittelbar nach dem Schreiben, sondern auch am nächsten Tag und nach weiteren sieben bis zehn Tagen erneut.
- Überlegen Sie, ob es Ihnen wichtig ist, dass die Tinte sowohl bei Tageslicht (Sonne und Schatten) als auch bei künstlichem Licht annähernd gleich aussieht.
- Tinten und Schreibgerät gehen eine enge Verbindung miteinander ein. Wenn sich auch mit viel gutem Willen und gegenseitigen Bemühungen kein Konsens finden lässt, ist manchmal die Scheidung der letzt Ausweg. Ein wunderbarer Vorwand, um ein zusätzliches, neues Schreibgerät zu erwerben …
31. Oktober 2010 von Martine Paulauskas
Teil II: Das Grundmuster
Für das Grundmuster eignet sich ein DIN-A-4-Blatt am besten.
Zunächst sollte mit einem fast gesättigten Aquarellpinsel (bzw. einem runden Pinsel guter Qualität) der Stärke 12 am linken Rand des Blattes eine etwa 3 bis 4 cm breite Tintenspur von oben nach unten gezogen werden. Dies ermöglicht nicht nur eine erste Beurteilung des Farbtons an sich, hierdurch wird auch sichtbar, wie sich Pigmentdichte und -verteilung auf das tatsächliche Verhalten im eigenen Schreibgerät auswirken werden. Ist die Farbintensität im unteren Teil der Spur nicht viel schwächer als im oberen Teil, ist auch zu erwarten, dass sich die Farbe später relativ konstant in diesem Bereich bewegt. Ist im Gegenteil das Ende der Tintenspur wesentlich heller und erscheint es transparent oder gar wässerig, ist anzunehmen, dass die Tinte bei schmaleren Tintenleitern und z.B. F-Federn, aber auch unter Umständen bei sehr schnellem Schreibfluss und sehr langem Schreiben eher der blassen Variante entsprechen wird.

Nicht unwichtig kann die “Lauflänge” der Tinte sein. Viskosität etwa, oder auch Pigmentierung, haben eine direkte Auswirkung auf Trocknung und Fließverhalten. Um zu sehen, ob eine Tinte eher lang- oder kurzläufig ist, sollte versucht werden, einen kleinen Absatz mit dem Glasstift zu schreiben. Die Lauflänge einer Tinte steht nicht nur mit dem Verbrauch in Zusammenhang, sondern – zum Beispiel bei Verwendung einer Stahl- oder Zeichenfeder anstatt eines Füllfederhalters – mit dem Schreibkomfort: Je schneller eine Tinte am Glasstift austrocknet, um so häufiger muss später auch die Feder eingetaucht oder der Konverter nachgefüllt werden. Nicht zuletzt droht ein länger nicht benutzter Füller zu verstopfen. Die Lauflänge einer Tinte ist bei weitem nicht allein von ihrer Dichte, sondern auch von vielen anderen chemischen Faktoren abhängig, so dass sich nicht zwangsläufig aus ihrer optischen Erscheinung rückschließen lässt, wie sie sich beim Schreiben verhalten wird. Der Test mit dem Glasstift ist hier zuverlässiger und im übrigen schnell durchzuführen: Bereits 3 bis 4 Zeilen genügen, um ein Gefühl für die Lauflänge der Tinte zu ermitteln.
Bevor mit dem eigentlichen Schreibgerät getestet wird, sollte geprüft werden, wie sich die Tinte unter optimalen Flussbedingungen farblich entwickelt. Hilfreich ist hier das konsequente Schreiben eines längeren Absatzes oder gar eines ganzen Textes mit der Zeichenfeder. Eventuelle Eigenheiten oder Fehler, die von Feder, Tintenleiter oder Konverter verursacht werden könnten, werden so vollständig vermieden, und die Tinte zeigt ihr wahres Gesicht, was Farbe, Lauflänge, Fließverhalten, Geruch und Trocknung betrifft.
Danach sollte ein längerer Text – vorzugsweise bis zum unteren Seitenrand – durchgehend mit dem Schreibgerät geschrieben werden, in oder mit dem die Tinte später verwendet werden soll.
Tipp:
Auf der Rückseite des Grundmusters Hersteller und Farbe sowie das verwendete Schreibgerät notieren … und das Grundmuster archivieren.
24. Oktober 2010 von Martine Paulauskas
Teil I: Grundlagen
Mit Tinten-Samplern und –Farbkarten ist es nicht so einfach. Naturgemäß werden sie unter optimalen Bedingungen anhand optimaler Materialien hergestellt. Genau wie beim Aussuchen eines Füllfederhalters im Fachgeschäft das Probeschreiben nur begrenzt aussagekräftig ist und lediglich zur groben Grundorientierung dient, sind Tintenmuster aller Art mit Vorsicht zu genießen. Kaum jemand schreibt in der Echtsituation auf einem idealen Papier mit völlig identischer chemischer Zusammensetzung und perfekt übereinstimmendem Säuregehalt – von dem Einfluss von Federeigenschaften und Tintenleiter ganz zu schweigen.
Um böse Überraschungen bei der Auswahl einer Tintenfarbe zu vermeiden, ist es also ratsam, zu prüfen, wie sich die Tinte auf unterschiedlichen Untergründen und in unterschiedlicher Konzentration verhält.
Steht von Anfang an fest, zu welchem Zweck die Tinte verwendet werden soll – etwa für Korrespondenz auf einem bestimmten Briefpapier –, sollte zunächst auf diesem Medium getestet werden. Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass sich der erzielte Eindruck mit der nächsten Post-, Geburtstags- oder Weihnachtskarte farblich grundlegend ändern kann. Ist der Gebrauch unterschiedlicher Schreibgründe geplant, empfiehlt sich, neben einem Grundmuster auf dem gebräuchlichsten Papier einen Textabsatz von mindestens 10 Zeilen auf jedem einzelnen Medium zu testen.

Hier wird deutlich, wie unterschiedlich sich das Papier auf die Tintenfarbe auswirkt.
Noodler’s Walnut auf Moleskine, Gohrsmühle und Clairefontaine.

24. März 2010 von Martine Paulauskas
Eine interessante Meldung erweckte heute die Aufmerksamkeit der Redaktion: Der Präsident der Vereinigten Staaten hat gestern in Sachen Schreibkultur neue Maßstäbe gesetzt.
23. März 2010 von Martine Paulauskas
(Triptychon Alba)
Ist es ein Foto eines Zeitungsstapels? Gekonnt zerknitterte und sorgsam zusammengelegte Seidentücher? Ist es Schrift auf einem großen weißen Blatt? Ist es Holz, dessen Fasern rau und glänzend die Flachheit des Blattes durchbrechen? Ist es Stein? Putz? Leinen?
Auf den ersten Blick scheint es nur schwer zu entscheiden. Denn Pierrette Vergne demonstriert in ihren Werken auf eindrucksvolle Weise die ganze Vielseitigkeit des Papiers.
Gerade die Fläche, das ebene Blatt, wird zur Tiefe, zur Struktur, zum sylphengleichen Volumen und enthüllt die wahre Schönheit des Materials. Farbe und Tinte dienen hier nicht dem Ausdruck, sie sind Katalysatoren der Harmonie.
Fernöstliche Einflüsse blitzen auf – Zen und Feng Shui in ihrer puristischen Suche nach der Erhabenheit des Werkstoffs an sich, in ihrer Hingabe zur Struktur als Ästhetikum. Der Weg zwischen poetischer Zerbrechlichkeit und unausweichlicher Präsenz führt zurück in die römisch-griechische Antike, vorbei an den Arbeiten längst verschwundener Steinmetzwerkstätten, bis hin zu den lauten Marktplätzen nahöstlicher Welten mit ihren Pigmenttöpfen und ihren mit bunten Wollknäueln beladenen Körben. In der handwerklichen Komplexität des filigranen künstlerischen Prozesses entsteht Ursprünglichkeit, unnachahmliche Natürlichkeit, eine bedingungslos sinnliche, manchmal auch kraftvoll zeitlose und monumentale Ebene.
Pierrette Vergnes Werke sind eine Reise. In die Tiefe und Reinheit der Materie.
(Blue Note)
Die Homepage der Künstlerin gibt Auskunft über ihre Biographie, ihre Arbeitstechniken, sowie aktuelle und künftige Ausstellungen. Besonderen Hinweis verdient die gut bestückte Galerie.
Für weitere Informationen:
www.papierart.fr
Papier - Tinte - Schrift dankt Pierrette Vergne für die kostenlose Überlassung der Abbildungen zu diesem Artikel.
(Moucheture - Sprenkel)
(Soliflores - Soliflore)
Urheberrechte für die Abbildungen liegen bei Pierrette Vergne.
14. März 2010 von Martine Paulauskas
(Un peu, beaucoup - Er liebt mich, er liebt mich nicht)
Ganz unprätentiös und mit der für seine Heimatregion Poitou typischen Gastfreundlichkeit öffnet Daniel Mar seine Werkstatt. Eigentlich ist er Fotograf und hat als solcher viele Preise bekommen und zahlreiche Veröffentlichungen vorzuweisen. Aber das Papier, das ihm über lange Jahre als Untergrund und Mittel zum Zweck diente, hat nun eine neue Bestimmung gefunden. Auf der Suche nach einem Ausgleich zu der wachsenden Technisierung seines Berufs besann er sich auf die Ursprünglichkeit, die Bedeutung, die Vielfalt und das Potenzial des Materials “Papier” und erschuf ihm eine eigene Welt.
Was dabei auf der Grundlage einer – so sagt er - wohl angeborenen Liebe zu Detail und Sorgfalt entsteht, sind Kunstwerke der besonderen Art.
Am Anfang steht nicht das Wort, sondern das weiße Blatt. “Papier, bitte!” betitelt Daniel Mar seine Homepage und sein Kunstprojekt. Das tiefgreifende Bedürfnis nach Leere, Stille, Unberührtheit ist dabei das grundlegende Prinzip eines jeden Werkes und des künstlerischen Ansatzes überhaupt.
Und es beginnt das Zwiegespräch.
Viele Wege führen zum Ziel: der Schnitt mit dem Skalpell, die Collage, das Falten. Techniken aus aller Welt vereinen sich zu seiner eigenen.
Bald tritt die Fläche in Dialog mit der Tiefe, und aus dem Spannungsfeld zwischen der weißen Weite des Blattes und der Greifbarkeit der sich lösenden Elemente entsteht Leben. Es sind magische Schnappschüsse, der Zerbrechlichkeit des Augenblicks entrissen, eine Kunst des flüchtigen Moments - augenzwinkernd, ironisch, manchmal kritisch, aber auch und vor allem zauberhaft anrührend, verträumt, poetisch, unvergesslich.
Der Dialog, der zwischen dem Künstler und dem leeren Blatt seinen Anfang genommen hatte und in der Diskrepanz zwischen Fläche und Raum seinen Höhepunkt erreicht zu haben schien, setzt sich auch nach Vollendung des Werkes fort: Rinkata, die handschriftliche, beinahe kalligrafierte Botschaft an den Käufer oder Empfänger des Stücks, die versiegelt auf die Rückseite eines jeden Kastens angebracht wird, schafft eine einzigartige, unverfälschte Verbindung, Vertrautheit und Intimität zwischen Künstler und Sammler.
Bis jetzt wurde der so virtuell begonnene Austausch noch nie bis zur letzten Konsequenz fortgeführt: Während die Rinkatas bei Ausstellungseröffnungen durchaus Thema der einzelnen Gespräche mit den Interessenten werden und eine berechtigte Neugier erwecken, bleiben sie meistens ungeöffnet – aus Scheu und Scham, das Kunstwerk zu entweihen – und noch nie hat ein Käufer zum Stift gegriffen, um auf seinen ganz persönlichen Brief zu antworten. Dieser Respekt und diese in der Tat nachvollziehbare Rücksicht rührt den Künstler zwar, aber es bleibt abzuwarten, ob nicht doch eines Tages jemand den gemeinsamen emotionalen Weg mit ihm bis zum Ende beschreitet.
(Coup de vent - Windstoß)
Die Homepage des Künstlers gibt einen faszinierenden Einblick in seine Arbeitsweise und informiert unkompliziert über sein Werk und anstehende Ausstellungen.
Papier – Tinte – Schrift dankt Herrn Mar für seine Freundlichkeit und Gesprächsbereitschaft und für seine Unterstützung im Rahmen der Redaktion dieses Artikels durch die kostenlose Bereitstellung der Abbildungen.
(La levée est faite - Der Briefkasten wurde geleert)
Urheberrechte für die Abbildungen liegen bei Daniel Mar.
1. Februar 2010 von Martine Paulauskas
Die eigene Handschrift fördern - Teil VIII
Manchmal muss man einfach ein wenig übertreiben.
Wer den Weg zur eigenen Handschrift finden oder zurückfinden will, sollte das jedenfalls ab und zu tun. Wünscht sich derjenige etwa, seine Handschrift hätte längere Ober- und Unterlängen, kann er dies ganz bewusst regelmäßig üben. Ebenso aber können bestimmte, bereits vorhandene Charakteristika, die als positiv oder besonders schön empfunden werden, in der Übung so verstärkt werden, bis sie zum Hauptmerkmal der Schrift werden. So lässt sich eine Handschrift erzielen, die in hohem Maße individuell wirkt, und mit der man sich leicht identifizieren kann.
31. Januar 2010 von Martine Paulauskas
Die meisten haben eins, viele haben mehrere, und manche sogar jede Menge davon: Notizbücher. Und einer sammelt und beschreibt sie mit bemerkenswerter Hingabe.
In seinem Blog Notizbuchblog.de präsentiert Christian Mähler ausführlich und mit selten anzutreffender fachlicher Kompetenz seine Lieblinge und Begleiter. Dass die Seite rege gelesen wird und eine niveauvolle Leserschaft anspricht, belegen die zahlreichen und mitunter langen Kommentare.
Leicht verständliche und angenehm zu lesende Texte sowie aufwändige Fotografien und vor allem spürbar aufrichtige Begeisterung zeichnen das Liebhaberblog aus, das Features, Rezensionen, praktische Tipps, kommentierte Links, Interviews und Kurznachrichten auf erfrischend ausgewogene Weise zusammenführt.
Das etwas zu solide und vielleicht aufdringliche Layout mag zunächst verwundern oder gar enttäuschen, doch entspricht es zweifelsohne dem unkomplizierten und selbstverständlichen Zugang zur Thematik – jenseits von Effekthascherei und Snobismus.
Ein insgesamt lesenswertes Blog.